Bürgerinitiative „Unser Riem“
Geplantes „Flexiheim“ in Alt-Riem wurde gestoppt
Die Landeshauptstadt München plant mit einem gewinnorientierten privaten Investor (Ando Vermögensverwaltung GmbH) den Bau und Betrieb eines dauerhaften sogenannten „Flexiheims“ für 80 Obdachlose, Wohnungslose, Flüchtlinge oder Suchtkranke in der Graf-Lehndorff-Straße 33/35.

Das Vorhaben wurde offenbar Ende Juli und im August 2025 (mitten in der Ferienzeit) in einer Sitzung dem Riemer-Bezirksausschusses (BA15) vorgestellt und an einen Unterausschuss (UA) zur Bewertung übergeben und am 25.09.2025 durch den Sozialausschuss per Standortbeschluss bewilligt.
Damit unserer Interessen als betroffene Riemer-Bürger nicht unter die Räder kommen, haben wir die parteiübergreifende Bürgerinitiative „Unser Riem“ gegründet, um den Bau des Flexiheimes in der Graf-Lehndorff-Str. zu verhindern.
Gefahr der Verschärfung der sozialen Situation in Alt Riem
Die geplante Obdachlosenunterkunft in der Graf-Lehndorff-Str. hätte die ohnehin prekäre soziale Situation in Alt-Riem weiter verschärft: unser Stadtteil weist im Münchner-Sozialmonitoring die größten sozialen Herausforderungen im Vergleich zu anderen Münchner Stadtteilen auf.
In Alt-Riem gibt es im Umkreis von 250 m vom geplanten Obdachlosenheim:
- Flüchtlingsheim mit fast 300 Plätzen in der Frobenstraße / Landshamer Straße
- Obdachlosen-Container-Unterkunft, Galopperstr. 9-13 mit ca. 80 Bewohnern, die von einem privaten Investor bis Ende Juli 2026 betrieben wurde
- So befinden sich auch in direkter Nachbarschaft ein Altenheim und eine Einrichtung für seelisch erkrankte Menschen
- Sozialwohnungen ComproB in der Mittbacher Str. 7-13 mit 50 Wohnungen für ca. 100 – 150 Bewohner
- Sozialwohnungen ComproB in der Widmann Straße mit 200 Wohnungen für ca. 500 Bewohner
Es gibt im Umkreis außer einer Bäckerei keinerlei Einkaufsmöglichkeiten oder soziale Auffangeinrichtungen. Schon die Inbetriebnahme der Flüchtlingsunterkunft führte bereits zu einer extrem hohen Belastung für unseren Stadtteil. Der Bau einer weiteren sozialen Einrichtung in unmittelbarer Nähe hätte dieses Problem massiv verschärft.
Wir haben den Eindruck, dass sich Alt-Riem zu einem sozialer Brennpunkt entwickeln könnte. Die Stadt München, so auch die Einschätzung des Bezirksausschuss, verteilt die sozialen Lasten sehr ungleich im Stadtbezirk Trudering-Riem.
Bauprojekte trotz leeren Stadtkassen
Die Stadt München ist eigentlich pleite (Schuldenstand ab 2020) und hat in ihrem Haushalt kein Geld für derartige renditegetriebene Projekte von Privatinvestoren.
Gefahr einer Ausbeutung der Obdachlosen durch den privaten Investor
Die Zeitung BISS (Bürger in sozialen Schwierigkeiten) vom Oktober 2025 berichtet ganz offen über die Ausbeutung von Münchner Obdachlosen durch profitorientierte private Investoren in Sammelunterkünften. Genau so eine Sammelunterkunft soll wohl auch in der Graf-Lehndorff-Straße mit einem privaten Investor entstehen.
Massiver Eingriff in die Riemer Baustruktur
Die geplante massive Baustruktur passt nicht zum Ortsbild, das überwiegend durch Ein- bzw. Mehrfamilienhäuser geprägt wird. Laut Bauplan sollte hier ein ca. 32 Meter breiter „Klotz“ mit 22 Appartments für 80 (!) Personen entstehen!
So haben wir den Bau des Obdachlosenheimes verhindert
Wir haben den aktiven Kontakt zu Ansprechpartnern und Entscheidern in der Politik gesucht. Aktuelle Infos finden Sie in unserer Newsletter-Seite.
Der Bezirksausschuss BA-15 (Vorsitzender Stefan Ziegler, CSU) hat aufgrund unserer persönlichen Präsenz in der Ausschusssitzung vom 14.08.2025 entschieden, das Vorhaben mit nur einer Gegenstimme abzulehnen.
Der Sozialausschuss der Landeshauptstadt München hat wohl aufgeschreckt durch unsere Bürgerinitiative in einer Nacht- und Nebelaktion am 25.09.2025 den Bau des Obdachlosenheimes befürwortet, ohne uns vorher anzuhören (Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 17235). Somit hat zuständige Ausschuss des Stadtrats trotz der ablehnenden Empfehlung des BA 15 zugestimmt, was bedeutet, dass der Stadtrat ohne jemals vor Ort gewesen zu sein, dem Bauvorhaben zugestimmt!
Der Oberbürgermeister Reiter wurde von uns am 09. Oktober angeschrieben, er hat dann einen negativen Bescheid durch seine Stadtverwaltung zurück schreiben lassen.
Über einen Kontakt zum bayerischen Wissenschaftsminister Markus Blume haben wir insgesamt drei Petitionen an den bayerischen Landtag eingereicht.
Bei unseren Vorgehen erhalten wir kompetente juristische Unterstützung durch die renommierte Rechtsanwaltskanzlei Schönefelder – Ziegler – Berger, die über eine langjährige, fundierte Erfahrung im Bau- und Architektenrecht und bereits etliche Erfolge gegen ähnliche Fälle im Stadtgebiet erzielt hat.
Unterstützen Sie uns
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Wir bleiben weiterhin aufmerksam und informieren über Sie über etwaige Bauvorhaben auf dem Grundstück der Graf-Lehndorff-Str.
Vielen Dank
Ihre Bürgerinitiative „Unser Riem“